Stadtimkerin Erika Mayr

Besuch beim Herausschneiden von Bienendrohnenlarven

von J. Hülsen
24.04.2019
 

Gedanken und Impressionen:

Nachdem es das erste mal in diesem Jahr draussen so warm war, dass man ohne Jacke draussen Kaffee trinken konnte, ist es wieder kalt geworden.
Ich treffe mich mit Erika Mayr und Nicole Sartirani von Mikrokosmos in Erikas „Honeyroom“ in Berlin, Schöneberg. Dort, im noch recht kühlen Erdgeschoß, lagert sie Werkzeug, Material und Honig. Während sie einen Plastikeimer mit teilweise geschlossenen Bienenwaben füllt, erzählt sie von ihrer Angst, dass der Wetterumschwung einige ihrer Bienenvölker töten könnte.
Es ist essentiell wichtig, dass die Brutnesttemperatur in den Bienenstöcken eine bestimmte Temperatur hat, so dass sich die Larven bei 35°C entwickeln können. Jede Temperaturschwankung wirkt sich negativ auf die Larvenentwicklung aus. Diese Temperatur wird von den Bienen erzeugt und reguliert. Gesunde Völker bauen deshalb ihre Waben aus eigenem Bienenwachs, welches die besondere Qualität hat, dass die Wärme darin gehalten wird und auch fliesst. Wabe nach Wabe, damit die Wärme gehalten werden kann.
Eines ihrer Völker ist leider geschwächt und schafft es nicht, die erste Generation an kurzlebigen Sommerbienen aufzuziehen, die noch von den langlebigen Winterbienen gewärmt und versorgt werden müssen. In der Imkerei nennt man das die Durchlenzung. Es ist höchstwahrscheinlich ein Varroa-Schaden. Die Bienen, die im letzten Herbst geschlüpft sind, sind nicht langlebig genug. Die Wabenstücke stammen aus dem oberen Bau des Nests (eines gesunden Volkes!). Da sich der Körper neu aufbaut, kann man sie nun entfernen.
Während sie davon erzählt, sucht sich Nicole einige geschlossene Wabenstücke aus dem Eimer und packt sie in Plastiktüten. Sie sagt, dass die Larven der Bienendrohnen sehr gut schmecken. Das sei ja auch kein Wunder, da sie ja auch nur mit einem Gemisch aus Blütenstaub und Honig gefüttert wurden.

www.stadtbienenhonig.com