Imaginäre Pflanzen aus dem Internet

www.banggood.com

von Jannis Hülsen
19.12.2018
 

Bei der Recherche nach ungewöhnlichen Nutzpflanzen stießen wir auf einen Verkäufer, der auf der chinesischen Verkaufsplattform Saatgut verkauft. Die Pflanzen wirken unwirklich, man kann sie aber scheinbar kaufen.

Die angebotenen Pflanzen sind bei genauer Betrachtung offensichtlich mit Photoshop in Farbe oder Skalierung bearbeitet. Eine absurd hohe Zahl an Positivbewertungen suggeriert zufriedene Kunden.

Durch die vereinzelten Negativbewertungen wird klar, dass es Käufer gibt, die an die Existenz dieser Pflanzen geglauben und diese auch gerne besessen hätten. Die Pflanzen stellen scheinbar einen Bereich des Möglichen dar, der für einige Menschen so wünschenswert ist, dass sie diese Pflanzen gerne hätten.

Eine absurde Komponente ist, dass die Plattform Werbung über Google schaltet und diese Pflanzen nun Teil meiner virtuellen Realität werden. Sie tauchen neben Anzeigen für Rasierern und Turnschuhen auf, wenn man völlig unverfängliche Seiten aufruft.

Ein ähnliches Beispiel, das real existent ist, aber ähnlich surreal anmutet, ist der seit 2004 existierende und in Europa verbotene Glofish. Er is ein weit verbreiteter Aquariumsfisch (Zebrabärbling), dem mit einem gentechnischen Verfahren Gene aus anderen Organismen (Quallen und Korallen) eingesetzt wurden, die dazu führen, dass dieser im Dunkeln und unter Kunstlicht fluoresziert.
Wenn Organismen neben funktionalen und ökonomischen auch nach ästhetischen Maßstäben verändert werden können, was empfinden wir als schön? Oder was glauben wir empfinden andere Menschen als schön, in der Hoffnung, dass sie Geld für diese Schönheit ausgeben?