Methoden

A | Unser Fundament
    Gesellschaftlicher Transformationsprozess für die Bioökonomie
    Interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Rolle des Designs
    Viele Wege führen in Das Unheimliche
    Unser Partizipationsverständnis
    Die Teilnehmer*innen und das Konzept des Lebensweltbezugs
    Evaluation und Auswertung
B | Unsere Methodik
    Ebenen der Auseinandersetzung
     Der Workshop-Ort als Erfahrungsraum
     Erfahrung
     Selbstreflexion
     Austausch
     Begleitung der Workshops
    Die Workshop-Phasen
     Kennenlernen
     Irritationsmoment
     Wissensvermittlung
     Praktische Tätigkeit
     Geschichten
     Narrative Objekte
C | Den Diskurs weitertragen
    Filmische Begleitung der Workshops
    Interviews zur ergänzenden Datenerhebung
    Gesprächsrunden zur Verstetigung des Diskurses
    Ausstellung als partizipatives Format und darüber hinaus


A | Unser Fundament

Gesellschaftlicher Transformationsprozess für die Bioökonomie: Um die Potenziale der Bioökonomie nachhaltig und erfolgreich nutzbar zu machen, bedarf es sowohl technologischer Innovationen als auch Transformationen auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Deshalb hängt die Implementierung einer biobasierten Wirtschaftsweise auch entscheidend von der Akzeptanz der Gesellschaft ab. Während technische Innovationen immer schneller entwickelt werden, ist es für uns als Gesellschaft nicht immer einfach, mit der Geschwindigkeit der damit verbundenen Veränderungen Schritt zu halten. Veränderungs- und Anpassungsprozesse sind dabei von einem Unbehagen (Kass, 1997) geprägt.

Woher weiß ich was ich will, wenn ich nicht weiß was es geben könnte?
Wie kann ich über Technologien sprechen, die noch nicht entwickelt worden sind?
Wie entsteht Unbehagen und wie lässt es sich auflösen?

Antworten hierauf zu finden, gehört zu den wesentlichen Herausforderungen innerhalb eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses. Unser Projekt Farming the Uncanny Valley (FUV) stellt sich der Herausforderung, einen partizipativen Dialog mit der Gesellschaft zur Bioökonomie zu initiieren, zu evaluieren und zu etablieren, indem erfahrungsbasierte Partizipations- und Kommunikationsformate entwickelt und erprobt werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Rolle des Designs: Aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Herausforderungen sind sehr komplex und erfordern immer öfter kollaborative und interdisziplinäre Ansätze. Im FUV-Projekt arbeiten daher Biotechnologie, Sozialwissenschaften und Design interdisziplinär zusammen, mit besonderem Fokus auf die Gestaltungsdisziplin. Dabei spielen neben den klassischen gestalterischen Fähigkeiten der Formgebung, insbesondere methodische Ansätze aus dem Design eine wichtige Rolle. Durch Bilder, Materialien und Beispiele werden Möglichkeitsräume eröffnet und reflektiert. Auf diesem Weg werden Entscheidungsprozesse vereinfacht und die Fähigkeit, persönliche Zukunftsbilder zu formulieren, begleitet. Designer*innen übernehmen die Rolle des Übersetzers und Kommunikators. Visualisierungen und Erfahrungen helfen, um in die Zukunft gerichtet denken und handeln zu können. Zentral für Gestaltung ist, dass sie die rein sprachliche Ebene verlässt und um visuelle, haptische und situative ergänzt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten und Ansatzpunkte, um auch sehr heterogene Gruppen zu adressieren. Daraus leitet sich für Designer*innen eine besonders hohe Verantwortung ab, Optionen und Ambivalenzen aufzuzeigen. Dies gilt umso mehr, wenn man wie in der Biotechnologie, immer wieder mit irreversiblen Pfaden konfrontiert wird (bspw. Gene-Drive, Artensterben durch Biozide, Keimresistenzen etc).

Viele Wege führen in Das Unheimliche: Aufbauend auf dem Begriff des Uncanny Valley (dt. unheimliches Tal; Mori, 1970) und übertragen auf den Bereich der Bioökonomie beschreibt das Urbarmachen des Unheimlichen Tals die Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen von neuen Technologien. Im Rahmen unseres Forschungsprojektes haben wir eine ausgedehnte Feldrecherche zu biotechnologischen Themen gemacht. Bei den Besuchen der Orte, an denen Biotechnologie erforscht wird und in Gesprächen mit den an diesen Orten tätigen Forscher*innen und Entwickler*innen entstand in uns gelegentlich ein mulmiges Bauchgefühl. In Gesprächen untereinander, aber auch mit Freund*innen und Wissenschaftler*innen zeichnete sich ab, dass dieses Bauchgefühl sich am treffendsten mit unheimlich beschreiben lässt. Dieses Gefühl diente uns zunächst als Sensor oder Indikator für die erste Auswahl relevanter biotechnologischer Themen und Fragestellungen. Zudem stellt sich die Frage, wie wir dieses Bauchgefühl des Unheimlichen anderen Personen vermitteln können.

Unser Partizipationsverständnis: Aus einer transdisziplinären Perspektive sind Bürger*innen nicht weniger Expert*innen als Wissenschaftler*innen. Für das FUV-Team steht daher die Idee der Partizipation auf Augenhöhe im Mittelpunkt der Formatentwicklung. Bürger*innen sollen erfahren, dass ihre Interessen tatsächlich in die Ausgestaltung von Forschungsagenden und -projekten einfließen und einen relevanten Beitrag darstellen können. Partizipation ist daher aus unserer Sicht nicht als Anhörung oder Information der Bürger*innen zu konzipieren, sondern als gemeinsamer und ergebnisoffener Prozess. Unser Anliegen ist es, Bürger*innen zu befähigen, eine reflektierte Haltung zum Thema Bioökonomie entwickeln und Wünsche, Befürchtungen und Meinungen externalisieren zu können (Unger 2014). Der partizipative Prozess wird zum Lernprozess, der Teilnehmer*innen einen Zugang zum Thema Bioökonomie und deren möglichen Zukünften eröffnet und Raum zur Entwicklung einer reflexiven Gegenwartsperspektive anbietet (Grunwald 2009). Das FUV-Team hat ein partizipatives, erfahrungsbasiertes Format entwickelt, das einen derartigen Lernprozess ermöglicht und in neun Workshops zu fünf Subthemen zur Bioökonomie erprobt.

Die Teilnehmer*innen und das Konzept des Lebensweltbezugs: Zentral für einen Lernprozess ist der Lebensweltbezug zu der zu vermittelnden Thematik. Die Verbindung zur eigenen Lebenswelt ermöglicht, die Anwendung von Wissen mit dem eigenen Alltag zu verknüpfen (Aebli 1990). Die Workshops eröffnen für Teilnehmer*innen Möglichkeitsräume, um zu erkennen, welchen Einfluss Bioökonomie bereits auf ihren Lebensalltag ausübt bzw. in Zukunft bewirken könnte. Die Bioökonomie beschreibt eine grundlegende Strategie der aktuellen politischen Ausrichtung. Daraus folgt der politische Auftrag, einen Diskursraum zur Bioökonomie für Bürger*innen zu öffnen, der Anschluss an ihren Alltag findet und ermöglicht, den Rahmen der Umsetzung und Ausgestaltung zu verhandeln. Daher wurden die Workshop-Teilnehmer*innen anhand der beiden Kriterien Lebensweltbezug (Schütz, 1972) sowie Diversität - hinsichtlich Alter, Geschlecht, Vorwissen, Bildungsstand und Wohnort - ausgewählt.

Evaluation und Auswertung: Der Status Quo zeigt, dass in der Sozialwissenschaft und auch in der Akzeptanzforschung noch allzu oft Daten über quantitative Zugänge erhoben werden, bei denen jedoch nicht klar ist, über welche Einstellungen und Konzepte die Befragten zum Thema und den Begrifflichkeiten verfügen. Im Projekt wird daher ein qualitativer Zugang gewählt, vor allem um implizites Wissen zum Themenfeld Biotechnologie extrahieren zu können. Durch die qualitative empirische Sozialforschung sowie die partizipativen Projektelemente wird ermöglicht, die „Lebenswelten «von innen heraus» aus der Sicht der handelnden Menschen zu erfassen” (Flick, von Kardorff und Steinke, 2010). Dabei greift das Projekt auf die Methodologie der Grounded Theory (Glaser/Strauss, 1976, 2008) zurück; d.h. implizites Wissen und Erfahrungen werden bei der Interaktion in den Erfahrungsräumen in iterativen Schleifen erhoben und ausgewertet.

B | Unsere Methodik

Die methodische Basis der Workshops ist die Erfahrung, die alle Teilnehmer*innen subjektiv erleben. Sie stellt einen gemeinsamen Bezugspunkt her, auf den im Verlauf des Workshops immer wieder zurückgegriffen werden kann. Das Ziel der Methode ist es, über diesen Bezugspunkt die Teilnehmern*innen anzuregen, bereits gefestigte Kategorien und Konzepte zu verlassen und durch Selbstreflexion und Austausch in der Gruppe neu zu formulieren. Die subjektive Erfahrung sowie die Reflexion und der Austausch in der Gruppe stellen dabei die Ebenen der Auseinandersetzung dar, zwischen denen das Format im Verlauf des Workshops immer wieder oszilliert.


Ebenen der Auseinandersetzung

Der Workshop-Ort als Erfahrungsraum: Der Auswahl und Gestaltung der Workshop-Orte kommt eine besondere Rolle zu. Die Verknüpfung des Ortes mit dem Workshop-Thema ist essentiell. Innerhalb des FUV-Projektes werden die eigens für die Workshops gestalteten Orte als Erfahrungsräume bezeichnet. Diese wurden so ausgewählt und gestaltet, dass sie eine Reflexion zu bioökonomischen Themen und Arbeitsprozessen im Freien, also quasi mitten in der Thematik, ermöglichen und die Teilnehmenden über den gesamten Verlauf des Workshops hinweg stimulieren, sich multisensuell mit dem Thema zu beschäftigen.

Erfahrung: Mit dem Begriff der Erfahrung knüpfen wir an das Konzept des erfahrungsbasierten Verstehens und Lernens an (Lakoff & Johnson 2011; Gallese & Lakoff 2005), dass durch Sinneswahrnehmung, Körperbewegung sowie direkte Interaktionen mit der physischen und sozialen Umwelt Lernprozesse fördern und damit zu einem besseren Verständnis von neuen Technologien beitragen kann. Die Grundlage für subjektive Erfahrungen der Teilnehmer*innen bildet der von uns gestaltete Rahmen des Workshops (Erfahrungsraum). Dabei werden innerhalb der einzelnen Workshop-Phasen verschiedene Arten von Erfahrungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen adressiert:

Austausch: Immer wieder werden die Teilnehmer*innen an unterschiedlichen Zeitpunkten im Workshop eingeladen in einen übergreifenden Diskurs mit den anderen Teilnehmer*innen sowie den beteiligten Expert*innen zu gehen. So werden unterschiedliche Standpunkte, Haltungen und Werte externalisiert und diskutiert.

Begleitung der Workshops: Der Moderation kommen zwei entscheidende Aufgaben zu. Zum einen begleitet sie die Teilnehmer*innen über die Erfahrungen in die Introspektion und wieder heraus, um im Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen zu münden. Dabei setzt die Moderation immer wieder Impulse, um Teilnehmer*innen zu ermutigen, eigene Handlungs- und Bewertungsschemata zu verlassen. Über das begleitete Eintauchen in die Thematik, die angeleitete Selbstbeobachtung und den Austausch in der Gruppe, werden die Teilnehmer*innen ermächtigt, sich selbst in der Thematik zu verorten und eine eigene Haltung zu entwickeln. Zentral ist dafür auch die zweite Aufgabe der Moderation, einen wertfreien Raum zu gestalten, in dem jegliche Perspektiven, Haltungen und Fragen zugelassen sind. Die Basis für einen wertfreien Raum ist das Vertrauen zwischen den Teilnehmer*innen untereinander und zur Moderation.

Die Workshop-Phasen

Kennenlernen: Um eine erste Sensibilisierung für den Themenbereich sowie die Workshop-Umgebung zu fördern, werden die Teilnehmer*innen gebeten, einen Gegenstand aus ihrem Alltag, den sie mit der jeweiligen Thematik verbinden, mitzubringen. So kann in der ersten Workshop-Phase innerhalb einer Vorstellungsrunde der Alltagsbezug (siehe auch Lebensweltbezug) hergestellt werden. Zudem wird der Grundstein für eine Vertrauensbasis und einen wertfreien Raum gelegt (siehe auch Moderation).

Irritationsmoment: Die Theorie der kognitiven Dissonanz gehört zu den kognitiven Motivationstheorien, die davon ausgehen, dass Individuen ihr Handeln aus Informationen und Überzeugungen ableiten (Lefrançois 2006). Das Erzeugen kognitiver Dissonanzen wird dabei zum Werkzeug Menschen herauszufordern, ihre altbekannten Denkmuster aufzubrechen, diese zu hinterfragen und sich auf neue Ansätze einzulassen, obwohl diese teilweise konträr zu bewährten, teils impliziten Annahmen stehen. Als zentraler Bestandteil der FUV-Workshops werden innerhalb der Erfahrungsräume Irritationsmomente gestaltet. Mit Hilfe gestalterischer Werkzeuge können auf diese Weise prototypische Erfahrungen generiert werden, die zu einem multisensorischen Blick in mögliche Zukünfte zu inspirieren.

Wissensvermittlung: Die Wissensvermittlung bietet einen Zugang zu wissenschaftlichen Fakten und Fallbeispielen aus der Bioökonomie-Forschung und wird von themenspezifischen Expert*innen umgesetzt. Die Wissensvermittlung hat die Aufgabe, Teilnehmer*innen aufzuzeigen, welche Entwicklungen und Herausforderungen zukünftig ihren Alltag bestimmen könnten. Im Lernprozess ermöglichen neue Informationen Denkanstöße auszulösen. im Rahmen von zukunftsgerichtetem Denken führen Denkanstöße zu neuen Ideen und der Bewertung und Integration der Informationen innerhalb der eigenen Wissensstrukturen (Seel 2016). So bildet Wissen die Grundlage, um eine eigene Haltung zu entwickeln. Vor allem konträre Perspektiven forcieren, das eigene Schwarz-Weiß-Denken zu hinterfragen und eine reflektierte Haltung zu entwickeln.

Praktische Tätigkeit: In den Phasen des praktischen Erlebens setzen sich die Teilnehmer*innen durch einfache händische Tätigkeiten mit dem Thema auseinander, meist im Kontext ihrer Lebenswelt. Somit kann eine Verknüpfung der verschiedenen Phasen Denkanstöße mit dem Vorwissen der Teilnehmer*innen sowie den neu erlernten Informationen gefördert werden und einen alltagsbezogenen Lernerfolg unterstützen (Seel 2016). Dinge oder Aktivitäten, die für Menschen alltäglich sind, werden im thematischen Kontext ausprobiert. So werden bspw. Bienendrohnenlarven gekocht und verzehrt, Pflanzen gesät, Kartoffelkäfer abgesammelt oder Duftbäder hergestellt. Andere Aktivitäten geben den Teilnehmer*innen die Möglichkeit sich abstrakteren Themengebieten zu nähern, z. B. DNA extrahieren, Maden desinfizieren o. ä. Die praktischen Tätigkeiten dienen ebenso als Inspiration für die darauffolgende Entwicklung von Geschichten.

Geschichten: Das Entwickeln von Geschichten wird methodisch angeleitet und baut auf der Wissensvermittlung sowie den praktischen Erlebnissen auf. In den Geschichten wird ein Perspektivwechsel eingeführt.“Stell dir vor, Luft wäre ein Geschenk” oder “Stell Dir vor, Du könntest einen Boden nach Deinen Vorstellungen kreieren”. Die Geschichten dienen den Teilnehmer*innen, um neue Informationen, Denkanstöße und Ideen zu bündeln und zu verbalisieren und daraus eigene Haltungen zu entwickeln. Durch den Austausch und die Diskussion der Geschichten in Kleingruppen, werden die Haltungen und Überzeugungen reflektiert und erweitert.

Narrative Objekte: Auf Basis der Geschichten entwickeln die Teilnehmer*innen ein Narratives Objekt. Das Narrative Objekt ist ein Angebot, um Wissen und Haltungen auf eine andere Art zu externalisieren und zu vertiefen. Die Narrativen Objekte stellen ein praktisches Werkzeug dar, um Entscheidungen zu treffen und implizites Wissen zu externalisieren. Ganz konkret werden dadurch sprachliche Artikulationsformen durch visuelle, haptische und situative ergänzt (Krippendorff, 2005). Als Synthese werden in den Narrativen Objekten die eigenen Haltungen und Botschaften an Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft visualisiert und damit verhandelbar.

C | Den Diskurs weitertragen

Filmische Begleitung der Workshops: Eine Auswahl der Workshops wurden von einem Filmteam begleitet, um die Emotionen und Gedanken der Teilnehmer*innen der Workshops sowie die besondere Atmosphäre der Workshop-Orte dokumentarisch festzuhalten und für weitere Gesellschaftsgruppen zugänglich zu machen. Im Ergebnis entstehen zu den fünf Themenbereichen jeweils Workshop-Clips, die innerhalb der Abschluss-Ausstellung sowie über die sozialen Medien der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise bekommen alle, die selbst nicht an den Workshops teilnehmen konnten, die Möglichkeit in die Erfahrungs- und Gedankenwelt der Protagonisten einzutauchen und auf dieser Basis über die jeweils persönliche Einstellung nachzudenken.

Interviews zur ergänzenden Datenerhebung: Alle Workshop-Teilnehmer*innen, die einer Nachbefragung zustimmen, werden mit ca. acht Wochen Abstand zum Workshop noch einmal angerufen und zu ihren Erfahrungen befragt. Auf diese Weise sollen zum einen die Nachhaltigkeit der Erfahrungen aus den Workshops sowie zum anderen eventuelle Einstellungs- und Verhaltensänderungen der Teilnehmer*innen erforscht werden. Zusätzlich zu den Workshop-Teilnehmer*innen werden die im Projekt beteiligten Expert*innen in einem strukturierten Telefoninterview zu ihren Erfahrungen bei ihrer Mitarbeit befragt. Aufgrund der verschiedenen Forschungshintergründe und Perspektiven auf die Bioökonomie werden Fragen zum wahrgenommenen Mehrwert des Formats gestellt, um Anschlussfähigkeit und Potenziale ganzheitlich zu erfassen.
Alle beteiligten Designer*innen werden in einem Interview zur eigenen Rolle im Projekt, den verwendeten Methoden und ihrer perspektivischen Rolle im Kontext Nachhaltige Entwicklung befragt, hier insbesondere zum erwarteten Impact ihres Entwurfs sowie dem Umgang mit eigenen Werten und Werte-Widersprüchen im Entwurfsprozess.

Gesprächsrunden zur Verstetigung des Diskurses: Gesprächsrunden im STATE-Studio dienen als Verstetigung des initiierten Diskurses. Innerhalb der fünf Gesprächsrunden wird gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und interessierten Bürger*innen ein Blick auf unsere Beziehung zu den fünf Workshopthemen: Insekten, Landschaft, Kulturpflanzen, Boden und Luft und den aktuellen Forschungsstand der Biotechnologie geworfen. Es werden neue Nutzungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen beleuchtet und Ideen für mögliche Zukünfte diskutiert.

Ausstellung als partizipatives Format und darüber hinaus: Um die qualitativen Workshop- und Auswertungsergebnisse zu präsentieren und hierdurch weiten Zielgruppen die Möglichkeit zu bieten, an einem vertiefenden Diskurs teilzunehmen, wird eine Ausstellung konzipiert. Hier werden die Erfahrungen und Bilder der Workshops aufbereitet, um Nicht-Workshopteilnehmer*innen die Möglichkeit zu geben, an die entstanden Themen/Fragen anzuknüpfen. Neben der teils engen Zusammenarbeit mit einigen Expert*innen bei der Konzeption, Durchführung und Bewertung der Workshopergebnisse sind nochmals Formate mit Wissenschaftler*innen und politischen Entscheidungsträger*innen geplant, um die Ergebnisse untereinander zu vernetzen und Handlungsoptionen zu entwickeln.