Microbes

Im Labor existiert nur „bevorzugtes“ Leben, hermetisch abgeriegelt, isoliert und akkurat archiviert. Die Synthetische Biologie entwickelt diese Abstraktion weiter, indem sie Lebensformen zu Bausteinen vereinfacht, welche zusammengefügt werden können, um spezifische mensch­zentrierte Funktionen zu übernehmen. Das menschliche Verhältnis zu mikrobiellem Leben ist dabei stark mechani­siert und dominiert von den noch immer weit verbreiteten negativen Annahmen kultureller Narrative, die auf der Keimtheorie des frühen 20. Jahrhunderts basieren.
Wie kann sich unsere Beziehung zum Leben verändern, da wir in das Zeitalter des synthetischen Lebens eintreten? Welche Wege wird es geben, Leben dabei nicht zu abstrahieren, sondern offen zu bleiben für die Dynamik evolutionärer Interaktionen. Welchen Stellenwert könnten wilde Arten von Organismen dabei in unserem kollektiven Vorstellungsvermögen einnehmen?