Farming Simulator 19

Farm like never before!

by Jannis Hülsen
19.12.2018
 

Bei der Gamescon 2018 wurde der „Farming Simulator 2019“ in der Kategorie „beste Simulation“ ausgezeichnet.

Der Trailer zeichnet ein Idealtypisches Bild von Landwirtschaft. Majestätischen Maschinen ernten riesige Felder ab. Im Hintergrund verschiedene Postkartenidyllen von Bergen, Wald und Palmen. In dramatischem Abendlicht reiten Mann oder Frau mit Cowboyhut über Hügel und Wiesen. Sehr große Hunde folgen ihnen. Der Slogan: „Farm like never before!“.

Im Kontrast dazu Landwirtschaft in der politischen Realität. Im Radio höre ich Interviews mit Landwirten die über Ernteausfälle nach der diesjährigen Dürre berichten. Klimawandel, Ökologische Belastungen durch Pflanzen- und Insektengifte, Belastungen von Luft, Wasser und Boden, Streit über staatliche Subventionen, die Liste an diskurswürdigen Themen im Zusammenhang mit Landwirtschaft ist groß. Die Diskrepanz zwischen Realität und den Eindrücken des Trailers scheint riesig.

Im Forum des Landwirtschaft Simulators tauschen sich Spieler über Wünsche für kommende Versionen des Simulators aus. Die Spieler scheinen ein großes Fachwissen über Maschinen und Tiere zu haben, dass die Annahme nahe liegt, dass dieses Spiel auch von Leuten gespielt wird, die reale Erfahrungen im landwirtschaftlichen Alltag haben. Deren Erfahrungen und Wünsche scheinen also teilweise auch reale Bedarfe und Ideale wieder zu spiegeln.

Für uns stellen sich eine Hand voll Fragen. Woher rührt die Faszination für diese Art der Simulation? Gleichzeitig könnte die große Beliebtheit und die relative Komplexität ggf. ein Zugang zu sein zu einer kollektiven Intelligenz, die vermag reale Probleme in der Simulation zu lösen? Inwiefern eignet sich das Medium als Einstieg über reale Wünsche zu diskutieren? Es scheint offensichtlich ein großes Interesse an dem Thema Landwirtschaft zu geben. Warum beschäftigen sich Menschen lieber mit einer Simulation als mit realen Prozessen?