Loik AG

Besuch der Loick AG. Das Unternehmen stellt biologisch abbaubare Kunststoffprodukte auf Basis von Maisstärke her und erzeugt Energie aus Biomasse.

by Jannis Hülsen
14.05.2018
 

Gedanken und Impressionen:

Ein Bauernhof im Münsterland aus Backstein, mit Efeu bewachsen – seit 400 Jahren in Familienbesitz, wie uns später erzählt wird. Gänse und Hühner laufen auf einer eingezäunten Wiese neben dem Hof herum. Auf dem Hof steht ein LKW, der grade beladen wird.

Ich lerne kurz darauf im Meetingraum des Hofes bei Filterkaffee, dass es sehr viele verschiedene Sorten von Mais gibt. Die meisten davon sind nicht für den Verzehr gedacht. Sie sind der Rohstoff für biologisch abbaubare Kunststoffe. Viele Anwendungen befinden sich aktuell in der Entwicklung. Das Plastikbesteck aus Mais sieht aus wie das Plastikbesteck, was ich kenne, ist aber teurer und deshalb nicht so erfolgreich. Wenn ich mir vorstelle, wie viel Plastik an jedem Tag im Sommer beim Grillen auf dem Tempelhofer Feld im Müll landet, frage ich mich was das wohl in Mais wäre?

Später in der Scheune: Dort befinden sich massenhaft Säcke mit kleinen Verpackungsflips. Die Luft ist staubig. Ein riesiges Gebläse pustet die Flips in einen LKW. Ich fühle mich erinnert an das Bällebad im Ikea meiner Kindheit.

Auf dem Hof sieht man ein Stück weiter verschiedene Haufen in unterschiedlichen Farben, daneben ein zirkuszeltähnlicher Behälter in einem unaufdringlichem Grün. In diesem Behälter gären die Bestandteile der unterschiedlichen Haufen. Das erzeugt Gas, was wiederum verbrannt wird und Turbinen antreibt, die Strom erzeugen.

Der Schweinestall wird grade für Ingenieure ausgebaut. Von diesem Standort aus werden deutschlandweit Anlagen wie diese gemanagt.

Vor dem Bildschirm eines Siemens Computers stehend, der unterschiedliche Graphen anzeigt, erklärt uns ein Mitarbeiter in Gummistiefeln und Latzhose, dass diese Graphen anzeigen, welche Prozesse in der Anlage stattfinden. Daraus lässt sich ableiten, was wann nachgefüllt werden muss. Es wird mit einem Trecker nachgefüllt – Grünschnitt oder Gülle. Die Gülle muss antibiotikafrei sein, damit die Organismen in der Biogasanlage keinen Schaden nehmen. „Die gibt es so fast gar nicht“, wird uns erklärt. Währenddessen steigt der Mann, der uns den Computer erklärt hat in seinen Trecker und gabelt eine Fuhre Grünschnitt über den Hof.

Als wir den Hof verlassen, sehe ich in unserem Rückspiegel ein altes Bauernhaus aus Backsteinen, in der Erinnerung bleibt der Eindruck eines Unternehmens in Aufbruchstimmung, wie man es eher von digitalen Start-ups kennt.